Eine geofantastische Reise in den Nationalpark Gesäuse!

Testfamilie

Nach einem sorgenvollen Blick auf den Wetterbericht machten wir uns am Freitag vor Pfingsten auf die in etwa zweieinhalbstündige Fahrt in den Nationalpark Gesäuse. Im Auto in die schöne Steiermark befinden sich Nadja und Martin sowie die Sprosse Samuel (9) und Patrick (7).

Nach einer größtenteils zügigen Fahrt mit kurzem Zwischenstopp und zunehmend schönem Ausblick kamen wir kurz vor 18 Uhr bei unserer Unterkunft, der „Alten Schule Hieflau“, an. Das Gebäude wurde kürzlich renoviert. Die in die ehemaligen Klassenzimmer integrierten Apartments(die auch immer noch Klassennamentragen) sind hell, freundlich und vor allem hochwertig eingerichtet. Noch ein paar allgemeine Informationen zur Unterkunft: Es besteht die Möglichkeit, den Garten zu benutzen und sogar zugrillen. Für die Kinder gibt es im Erdgeschoßeinen Raum mit Miniaturküche und Boulder-Wand. Im Apartment selbst gibt es eine Küchenzeile mit Herd, Backrohr, Geschirrspüler, und ebenso werden (Koch-)Geschirr, ein Wasserkocher, eine Filterkaffeemaschine sowie eine Kapselmaschine zur Verfügung gestellt. Das Frühstück kann man sich– wenn man möchte – übrigens bequem vom lokalen Supermarkt im Körbchen liefern lassen. Nachdem das Gepäck verstaut und das Zimmer bezogen war, ging es auch schon recht bald zum Abendessen, das wir an diesem Abend im Gasthof International einzunehmen planten. Das erste Mal nach fast einem halben Jahr konnten wir uns also bekochen lassen. Mit dem Gasthof International hatten wir es auch gleich gut getroffen. Ein „typisches Dorfgasthaus“, dessen Karte neben diversen Pizzen noch eine feine Auswahl an Klassikern und auch nicht ganz alltäglichen Spezialitäten umfasst. Während die Kinder dem Schnitzel treu blieben, probiere ich gerne neue Speisen aus, die man nicht jeden Tag bekommt, und so fiel meine Wahl auf das gebratene Saiblingsfilet auf Spaghetti mit Kürbiskernpesto. Eine ausgezeichnete Wahl – ein schmackhaftes Gericht, frisch zubereitet. Auch für Nadja, die Vegetarierin ist, gab es eine Reihe von Möglichkeiten, fleischlos zu essen. Sie entschied sich für ein Gemüse-Gröstl, das ihr auch ausgezeichnet geschmeckt hat.

GEOWERKSTATT UND MYSTISCHE KRAUSHÖHLE

Nach einem sehr nassen Start in den Tag begann sich das Wetter allmählich zu bessern, und als wir gegen 9 Uhr zum Treffpunkt GeoWerkstatt aufbrachen, war es schon beinahe trocken. Gegen 9:30 trafen wir unseren sachkundigen Begleiter Franz, mit dem wir uns auf den Weg zur Steinkugelmühle machten. Ein leichter Anstieg schlängelt sich durch die zauberhafte Natur den Berg hinauf. Dieser Teil wäre sicherlich auch mit einem (Sport-)Kinderwagen zu bewältigen, da der Weg ausreichend breit und nicht zu steil ist. Während des Wanderns wusste uns Franz immer wieder mit interessanten Fakten und Geschichten zu begeistern. Nachdem wir die Steinkugelmühle besichtigt hatten, in der allein durch die Kraft des Wassers Steinbrocken zu gleichmäßigen glatten Kugeln geschliffen werden, machten wir uns auf den Weg zur Kraushöhle. Dieser Teil der Wanderung war dann durchaus schon etwas anspruchsvoller, da eine merkliche Steigung über knorrige Wurzeln und Steine hinweg zu bewältigen war. Diesen Teil des Weges kann man mit einem Kinderwagen definitiv nicht bewältigen und es ist dringend anzuraten, hier mit festem Schuhwerk ausgestattet zu sein. Patrick und Samuel sind üblicherweise nicht gerade für ihre Wanderlust bekannt, heute machen sie allerdings frohen Mutes mit. Bei der Kraushöhle angekommen, wurden wir mit Helmen und Taschenlampen ausgestattet, bevor wir „unter Tag“ verschwanden. Die Höhle selbst ist ein beeindruckendes Naturdenkmal, das vieles zu bieten hat. Nach dem Rückweg zur GeoWerkstatt hatten wir beinahe 9 km zurückgelegt und etliche Höhenmeter überwunden und uns somit die Einkehr im Parkbad- Beisl mehr als verdient. Im liebevoll eingerichteten Lokal wurden wir freundlich bedient und bestens verköstigt (die Zitronen/Limetten-Schnitte war wirklich legendär!), und nach einer kurzen Rast nahmen wir gestärkt die nächste Station in Angriff: die GeoWerkstatt.

Für die geplanten Arbeiten in der Werkstatt fischten wir vorab schon ein paar schöne Steine aus einem flachen Bereich des nahe gelegenen Flusses. Bei der Werkstatt angekommen, erhielten wir eine kurze Einführung von Lucia, die uns dann auch sogleich ins Innere führte und uns die Schneidemaschine mit dem diamantbesetzten Sägeblatt vorführte. Nachdem wir die geteilten Steine kurz besprochen und analysiert hatten, durften wir uns bereits vorbereitete „Rohlinge“ aussuchen, aus denen wir dann unsere persönlichen Anhänger fertigten. Mit unterschiedlich gekörntem Schleifpapier wurden Ecken und Kanten zu sanften Rundungen, und auch die Oberfläche wurde hübsch poliert. So entstand – geknüpft an ein Lederband – ein Anhänger. Ein schönes Andenken an diesen großartigen Tag, an dem auch die Kinder mit großem Eifer werkten.

Nach der GeoWerkstatt machten wir noch einen Abstecher ins GeoRama, wo uns im Rahmen einer interaktiven Ausstellung interessante Details über den „geologischen Background“ der Region nähergebracht wurden. Patrick und Samuel waren von Attraktionen wie „virtuelles Klettern“ oder dem computeranimierten „Flug“ über die Berge des Gesäuses sichtlich angetan. Nachdem wir uns in der Unterkunft nochmals frisch gemacht hatten, fand ein schöner Tag im Gasthaus „Harmonika Waldi“ seinen gelungenen Ausklang. Auch hier wird der Gast mit frisch gekochten, köstlichen Mahlzeiten zu fairen Preisen verwöhnt. Bei den Kindern fiel die Wahl „überraschenderweise“ auf Schnitzel mit Pommes. Nadja wählte die Wildkräuternockerl, ich wagte mich an das Krenschnitzel mit Kürbiskernpanade, bei dem der Kren auch noch richtig „Biss“ hatte.

WASSERLOCHKLAMM UND MALERISCHE WASSERFÄLLE

Nach einer kurzen „Familien-Krisensitzung“ wegen des Wetters beschlossen wir, es mit der Wasserlochklamm zu versuchen. Die Route hinauf zum Wasserloch war sicherlich die anspruchsvollste, die wir an diesem Wochenende zu bewältigen hatten, vor allem unter diesen erschwerten Bedingungen. Diese Strecke ist definitiv für Kinder geeignet, die schon eine gewisse Trittsicherheit mitbringen. Für die Strapazen des steilen Aufstiegs, großteils über Schotterwege und Holzstiegen, wird man allerdings mit einer malerischen Kulisse belohnt. Gar wunderbar ist es anzusehen, wie sich das Wasser im Lauf der Jahrtausende seinen Weg durch den Fels gebahnt hat. Das Wetter meinte es an diesem Tag leider nicht gut mit uns und der Regen wurde noch stärker. Bis zum dritten Wasserfall hatten wir uns hochgekämpft, dann machte sich aber schön langsam bemerkbar, dass die angeblich wettertaugliche Kleidung die Versprechen der eingenähten Etiketten nicht halten konnte.

Nachdem wir wieder in trockene Gewänder geschlüpft waren, wurden wir in der Wasserlochschenke, die sich direkt neben dem Eingang zur Klamm befindet, freundlich empfangen. Neben anderen Köstlichkeiten wird der Spezialität des Hauses, den Ofenkartoffeln, in der Speisekarte viel Platz eingeräumt. Wir haben uns für verschiedene Varianten dieser in einem speziellen Ofen zubereiteten Gaumenfreuden entschieden – es gab sogar eine vegane Variante für Nadja. Nach dieser gemütlichen Einkehr machten wir uns wieder auf den Rückweg nach Wien, wobei wir noch ein wenig die schöne Landschaft genießen konnten. Zusammenfassend ist zu sagen, dass wir in der Region des Nationalpark Gesäuse ein sehr schönes Wochenende verbracht haben und alle Stationen unseres Aufenthaltes uneingeschränkt empfehlen können. Bei so vielen schönen Erlebnissen fällt es schwer, etwas herauszupicken – aber das größte Highlight von allen war für uns (natürlich wurden auch Samuel und Patrick befragt) die Begehung der Kraushöhle, weil wir hier ein wenig „in eine andere Welt eintauchen“ konnten.

 

Naturpark Resort Hieflau

www.eisenwurzen.com 

www.geodorf.at 

www.nationalpark-gesaeuse.at 

Gasthaus zum Harmonika Waldi

www.xeiswaldi.at 

www.wasserlochschenke.at 

www.weissenhof.at 

 

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