STEUERTIPPS FÜR FAMILIEN

Wohnen & Leben

Wissenswerte Informationen rund um das Thema „Steuerausgleich“: Welche steuerlichen Entlastungen gibt es für Familien mit Kindern? Welche Kosten können geltend gemacht werden?

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Der Steuerausgleich kann 5 Jahre rückwirkend eingereicht werden. Damit Ausgaben steuerlich berücksichtig werden können, müssen Rechnungen und Belege zwar nicht eingereicht, jedoch für 7 Jahre aufbewahrt werden (so lange können sie vom Finanzamt eingefordert werden).

Kehrt man während des Jahres in den Beruf zurück, sollte auf jeden Fall ein Steuerausgleich gemacht werden. Die monatlich einbehaltene Lohnsteuer wird berechnet, als würde das Gehalt ganzjährig ausbezahlt werden. Wenn kein ganzes Jahr gearbeitet wurde, wird diese daher auf Basis des tatsächlichen Jahreseinkommens neu berechnet.

Auch wenn gar kein Einkommen oder kein steuerpflichtiges Einkommen bezogen wurde, stehen Alleinverdiener- bzw. Alleinerzieherabsetzbetrag zu.

Familienbonus Plus und Kindermehrbetrag
Seit 2019 wird der Familienbonus Plus für jedes Kind, für das Familienbeihilfe bezogen wird, gewährt. Bis zum 18. Lebensjahr des Kindes können pro Jahr Kind und Jahr 1.500 Euro von der Steuer abgesetzt werden. Danach steht ein reduzierter Familienbonus Plus in Höhe von 500 Euro jährlich zu, sofern für dieses Kind Familienbeihilfe bezogen wird.
Auch wenn beim Arbeitgeber der Familienbonus Plus bereits beantragt wurde, muss er beim Steuerausgleich nochmal angegeben werden, da es ansonsten zu einer ungewollten Steuernachzahlung kommen kann. 

Kindermehrbetrag
Der Kindermehrbetrag (bis zu 250 Euro pro Kinder und Jahr) muss nicht beantragt werden, sondern wird, wenn er zusteht, beim Steuerausgleich automatisch berücksichtigt. Er gilt ab 2019 für Alleinverdienende und Alleinerziehende mit geringem Einkommen, die wenig bzw. keine Lohn- oder Einkommensteuer zahlen und sich daher der Familienbonus Plus kaum oder nicht auswirkt. Wenn für mehr als 330 Tage im Kalenderjahr Arbeitslosengeld, Notstandshilfe, Leistungen aus der Grundversorgung oder Mindestsicherung bezogen wurden, steht der Kindermehrbetrag nicht zu.

Alleinverdienerabsetzbetrag (AVAB)
Der AVAB kann entweder beim Arbeitgeber beantragt werden (monatliche Berücksichtigung bei der Lohnsteuer) oder im Rahmen des Steuerausgleichs. Anspruchsberechtigt ist, wer für mindestens ein Kind mehr als sechs Monate Familienbeihilfe bezogen hat und dessen Ehe/PartnerIn nicht mehr als 6.000 Euro jährlich bezieht (Brutto, ohne 13. + 14. Bezug, abzüglich der einbehaltenen Sozialversicherungsbeiträge). Der AVAB beträgt für ein Kind 494 Euro, erhöht sich für das zweite um 175 Euro und für jedes weitere um 220 Euro.

Alleinerzieherabsetzbetrag (AEAB)
Als Alleinerzieher/in gilt, wer mehr als sechs Monate im Kalenderjahr nicht verheiratet ist oder ohne Partner/in lebt und für mindestens ein Kind mehr als sechs Monate Familienbeihilfe bezieht. Die Beträge und Antragsmöglichkeiten für den Alleinerzieherabsetzbetrag sind identisch mit jenen, des Alleinverdienerabsetzbetrages.

Mehrkindzuschlag

Wird für mindestens drei Kinder Familienbeihilfe bezogen, besteht Anspruch auf den Mehrkindzuschlag (max. Familieneinkommen 55.000 Euro im Jahr). Der Mehrkindzuschlag beträgt monatlich 20 Euro für das dritte und jedes weitere Kind.

Unterhaltsabsetzbetrag
Lebt man nicht im gemeinsamen Haushalt mit dem Kind/den Kindern und zahlt Unterhalt, hat man Anspruch auf den Unterhaltsabsetzbetrag. Dieser ist nach der Anzahl der unterhaltsberechtigten Kinder gestaffelt und beträgt monatlich für ein Kind 29,20 Euro, für zwei Kinder 73 Euro und für jedes weitere Kind 58,40 Euro.

Auswärtige Berufsausbildung
Pro Monat können 110 Euro als Freibetrag geltend gemacht werden, wenn es im Umkreis von 80 km keine vergleichbare Berufsausbildung gib (höhere tatsächliche Kosten werden nicht anerkannt).

Bei Schüler/innen und Lehrlingen stellt bereits der Besuch eines mehr als 25 km vom Wohnort entfernten Internats eine auswärtige Berufsausbildung dar (gilt auch für Berufsschulen), wenn es keine näher gelegene Ausbildungsstätte gibt. Der monatliche Pauschalbetrag von 110 Euro steht auch in den Ferien zu.

Außergewöhnliche Belastung
Soweit nicht bereits von Versicherungen ersetzt, können Kosten für Medikamente, Brillen, Zahnspangen oder Hörgeräte sowie Arzt- und Krankenhausrechnungen oder sonstige Krankheitskosten der Kinder beantragt werden (abzüglich eines Selbstbehalts).

Bei einer Behinderung (mind. 25 %) können Krankheitskosten ohne Selbstbehalt geltend gemacht werden.

Auch Krankheitskosten für den Steuerpflichtigen und bei Alleinverdienern zusätzlich für den (Ehe-)Partner können unter Abzug eines Selbstbehaltes abgesetzt werden.

Kinder mit Behinderung
Als außergewöhnliche Belastung können die tatsächlichen Kosten der Behinderung (Therapiekosten, Aufwendungen für Behindertenhilfsmittel, Schulgeld für Behindertenschulen o.ä., besondere Anschaffungen) steuerlich geltend gemacht werden (vermindert um Ersatz durch Versicherung oder allfälliges Pflegegeld).

Nur mehr bis 2018: Kinderbetreuungskosten + Kinderfreibetrag
Für Kinder bis zum 10. Lebensjahr können die Kosten für Krippe, Kindergarten, Tagesmütter, Leihomas, Nachmittagsbetreuung incl. Mittagessen, Schulschikurs, Sportwoche, Ferienbetreuung u.ä. steuerlich geltend gemacht werden; maximale Höhe: 2.300 Euro pro Kind und Jahr, ohne Abzug eines Selbstbehaltes.

Nur mehr bis 2018: Kinderfreibetrag   
Für jedes Kind, für das mehr als sechs Monate pro Jahr Familienbeihilfe bezogen wird, steht ein Kinderfreibetrag von 440 Euro jährlich zu. Beantragen beiden Elternteile den Kinderfreibetrag für dasselbe Kind, dann beträgt dieser 300 Euro jährlich pro Elternteil.

Weitere Infos findet man auf der Webseite des Bundesministeriums für Finanzen.

Haftungsausschluss: Alle Angaben ohne Gewähr. Euro-Beträge zum Teil gerundet. Weitere gesetzliche Voraussetzungen möglich. Änderungen vorbehalten. 

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