HAUSMITTEL-CHECK – IRRGLAUBE ODER WAHRHEIT?

Wohnen & Leben

Kleinere Wehwehchen mit Hausmitteln zu behandeln, wird immer beliebter. Von Generation zu Generation werden Tipps weitergegeben. Doch was davon hilft wirklich?

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Salzstangerl und Cola bei Durchfall
Cola: Stimmt nicht! Cola enthält nicht nur Kohlensäure, sondern auch Koffein, welches entwässernd wirkt. Außerdem bindet der hohe Zuckergehalt noch mehr Wasser im Darm, was den Durchfall sogar verstärken kann. Doch wichtig ist jetzt: Flüssigkeitszufuhr!
Besser: Kohlensäurefreies Wasser, Kräutertees oder verdünnte Fruchtsäfte sowie Fleisch- oder Gemüsebrühe zum Ausgleich des Elektrolythaushaltes.

Salzstangerl: Stimmt – in Maßen! Salzstangerl lassen sich gut dosieren, sodass man dem gestressten Magen-Darm-Trakt wird zu viel auf einmal zumutet. Das Salz liefert wichtige Elektrolyte, die bei Durchfall und Erbrechen aus dem Körper herausgeschwemmt werden.
Noch besser: zerdrückte Banane, geraspelter Apfel oder Karottensuppe

Honig bei Halsschmerzen
Stimmt teilweise! Honig beinhaltet Vitamine, die wichtig für den Körper sind, und kann sich um die Schleimhäute im Rachen legen und damit den Hals beruhigen. Vor allem bei Kindern können Hustenattacken damit weniger heftig ausfallen. Bei Erwachsenen ist dies jedoch nicht so richtig nachgewiesen. Gut tut Honig dennoch – ob im Tee, in der warmen Milch oder aber auch mit einem Löffelchen pur.

Zahnpasta bei Fieberblasen
Stimmt nicht! Die austrocknende Wirkung von Zahnpasta kann die Heilung verzögern, weil die Wunde immer wieder aufplatzt. Die austretende Flüssigkeit kann wiederum weitere Bereiche infizieren.
Besser: Honig oder Propolis wirken antibakteriell; Melissenextrakt und Zink (nur zu Beginn des Herpesausbruchs)

Gewürznelken bei Zahnschmerzen
Stimmt nur teilweise! Bei akuten Zahnschmerzen kann man kurzfristig auf Gewürznelken zurückgreifen. Man legt sie auf den schmerzenden Zahn und beißt drauf. Das austretende Öl betäubt die Nervenenden des Zahns und wirkt sofort schmerzstillend.
Gewürznelken beseitigen jedoch keine Karies. Außerdem wirken sie bei einer Zahnwurzelentzündung mit starken Schmerzen nicht schmerzstillend, da der Wirkstoff den Entzündungsherd nicht erreicht.  In jedem Fall sollte der Zahnarzt aufgesucht werden.
Gegenanzeigen: Zu oft angewendet, kann das austretende Öl der Gewürznelken das Zahnfleisch reizen und das Gewebe zerstören. Niemals gleichzeitig Schmerzmittel einnehmen! Für Schwangere ist die Anwendung von Nelken und Nelkenöl nicht geeignet, da der enthaltene Wirkstoff Eugenol Wehen auslösen und eine Fehlgeburt verursachen kann.

Lavendel bei Schlafbeschwerden
Stimmt! Lavendelöl ist gut verträglich, vielseitig verwendbar und einfach anzuwenden. Auch wenn es nicht als „Akut-Medikament“ gilt, so verbessert sich die Schlafqualität nach zwei bis 6 Wochen spürbar. Man kann es einnehmen, einreiben, einatmen oder als entspannendes Voll- oder Fußbad nutzen.

Tipp: Lavendel hilft nicht nur bei Schlafbeschwerden, Unruhe und Nervosität. Es unterstützt auch bei schmerzhaften Blähungen, Magen-Darmbeschwerden, Entzündungen, Bakterien und Pilze, Akne, Verbrennungen, Insektenstichen und kleinen Schnittwunden.
Achtung: Generell sollten ätherische Öle niemals bei Säuglingen und nicht im Bereich des Gesichts, speziell der Augen, angewendet werden. Das gilt auch für Lavendelöl.

Mehl bei leichten Verbrennungen
Stimmt nicht! Mehl auf Verbrennungen verklebt die Wunde und macht es dem Arzt somit schwer, den Zustand der Haut einzuschätzen. Außerdem ist Mehl nicht steril, was die Gefahr von Infektionen mit sich bringt.
Besser: Kühlpacks und/oder Brandsalbe

Speichel bei JuckreiZ (mückenstich)
Stimmt! Speichel kann den Juckreiz bei Mückenstichen kurzzeitig lindern. Wenn man nicht kratzt, bleibt der Stich verschlossen und so heilt er in der Regel am schnellsten. Ob der Mückenstich durch Speichel abschwillt, ist wissenschaftlich jedoch nicht belegt.
Besser: ein Kühlpack (mit einem Tuch umwickelt) auflegen
Alternativ: Eine frisch aufgeschnittene Zwiebel oder aber auch Honig haben eine leichte antibakterielle Wirkung und können zum Abschwellen beitragen.

Kopf nach hinten bei Nasenbluten
Stimmt nicht! Dieser Mythos kann sogar gefährlich werden! Kann das Blut nicht nach vorne aus der Nase laufen, bahnt es sich stattdessen den Weg über den Rachen in den Magen. Das kann Übelkeit und Erbrechen hervorrufen. Außerdem besteht die Gefahr, dass Blut eingeatmet wird.
Besser: Für einige Minuten den Kopf nach vorne neigen, die Nasenflügel zusammendrücken und durch den Mund ein- und ausatmen. Sollte die Blutung nicht stoppen oder sehr heftig sein, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

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Schnupfen keine Chance geben

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