Fertiggerichte: Wie ungesund ist Convenience Food wirklich?

Gesundheit & Ernährung

Was Essgewohnheiten betrifft, prägen Extreme die Corona-Krise.

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Einerseits hat die Pandemie die Kochlust vieler Österreicher neu entfacht. Zwischen Homeschooling und Homeoffice griffen einige andererseits zu Convenience Food. Insgesamt stieg die Nachfrage nach Fertiggerichten 2020 sogar um über 20 Prozent. Und das, obwohl Tiefkühlpizza, Tütensuppe und Co als ungesund verschrien sind. Ist Convenience Food wirklich so gesundheitsschädlich? Eine Bestandsaufnahme.

Wieso Fertigprodukte Selbstgekochtem unterlegen sind

Wie der Name schon sagt, steht Convenience Food für Bequemlichkeit und Komfort. Von Ravioli aus der Dose bis hin zu fertigen Fleischgerichten wächst das Sortiment stetig. Dem Verbraucher bieten die Fertigprodukte einige Vorteile. Sie schmecken immer gleich gut und sind so gut wie sofort verzehrfertig. Das liegt daran, dass sie im Gegensatz zu frischen Lebensmitteln deutlich stärker verarbeitet werden. Genau hierin liegt das Problem. Oftmals stecken keine Vitamine mehr in den Produkten. Stattdessen sind sie voller künstlicher Zusatzstoffe, verstecktem Zucker oder Fett. Gesundheitsexperten raten vom regelmäßigen Verzehr ab. Wer möglichst gesund essen will, kommt an selbstgekochten Gerichten aus frischen Zutaten nicht vorbei. Man muss kein Spitzenkoch sein, um sich selbst an den Herd zu stellen. Besonders viel Zeit braucht man zum Selberkochen auch nicht unbedingt. Heutzutage gibt es einfache Rezepte  zum Nachkochen für jeden Könner-Grad und Geschmack. Wenn es ab und an doch mal ein Fertigprodukt sein muss, werfen Verbraucher vor dem Kauf lieber einen ausgiebigen Blick auf die Zutatenliste. Statt Produkten mit besonders hohen Anteilen an Fett, Salz und Zucker kauft man lieber gesündere Varianten wie Tiefkühlgemüse.

Diese Nachteile haben Fertigmahlzeiten

So praktisch Convenience Food auch ist: Durchschnittlich enthalten Fertiggerichte kaum Vitamin A und C, wenig Mineralstoffe und kaum Ballaststoffe. Ernährungswissenschaftler weisen außerdem darauf hin, dass ein Großteil der Waren deutlich weniger Gemüse enthält, als für die jeweiligen Gerichte eigentlich vorgesehen. Große Mengen an Fett ersetzen als Geschmacksverstärker die fehlenden Zutaten. In vielen Fällen ist auch die Größe der Portionen problematisch. Wer selber kocht, kann Gerichte bedarfsgerecht planen. Zugleich kalorienarm und nährstoffreich sind selbst zubereitete Speisen aus frischen Zutaten idealerweise. Bei Fertigware ist meist das Gegenteil der Fall. Eine hohe Energiedichte steht einer geringen Nährstoffmenge gegenüber. Die schwerwiegendsten Probleme im Hinblick auf die Inhaltsstoffe machen typischerweise

Transfette. Transfettsäuren sind insbesondere in vorfrittierten Speisen wie Pommes enthalten, steigern das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und fördern Übergewicht.

Salz. Hohe Mengen davon begünstigen Bluthochdruck, was langfristig dem Herz-Kreislauf-System schadet.

Zusatzstoffe. Besonders Geschmacksverstärker sind problematisch, weil sie das Hungergefühl stören und so Übergewicht begünstigen können. Frische Speisen schmecken einem nach der Gewöhnung an die Zusatzstoffe schlimmstenfalls überhaupt nicht mehr.

industrieller Zucker. Nicht nur für die Zähne und die Figur sind Zuckermengen schlecht, sie steigern auch das Diabetes-Risiko.

Eine hilfreiche Faustregel bei der Einschätzung der Ware: Je länger Fertiggerichte haltbar sind, desto höher ist in der Regel ihr Verarbeitungsgrad. Meist steigt mit jenem auch die enthaltene Menge an unerwünschten Inhaltsstoffen.

Gibt es besseres und schlechteres Convenience Food?

Das Sortiment an Fertigprodukten ist mittlerweile vielfältig. Unterschiede gibt es im Hinblick auf die Art und Konsistenz. Neben Tiefkühlware gelten beispielsweise auch Konserven, Instant-Mahlzeiten und Kühlgerichte als Convenience Food. Sogar abgepacktes Brot zählt im weitesten Sinne dazu. Nur wenige Familien backen ihr eigenes Brot. Daher nimmt man verzehrfertig abgepackte Brotwaren trotzdem eher selten als Fertigprodukte wahr. So wie sich die genannten Arten des Convenience Foods in ihrer Konsistenz und Aufbewahrung unterscheiden, variieren sie auch hinsichtlich ihrer gesundheitsschädlichen Wirkung. Bestimmte Fertigware ist sogar empfehlenswert. Zusammenfassen lässt sich, dass

schockgefrorenes Gemüse und Obst als beste Fertigware gilt und sogar noch viele Vitamine enthält.

Konserven kaum Vitamine und meist relativ viele Konservierungsstoffe enthalten.

Instant-Mahlzeiten wie Kartoffelpüree-, Nudelsuppen- oder Milchreispulver den meisten Zucker enthalten.

Bio-Fertiggerichte weitestgehend auf Spritzmittel und Geschmacksverstärker verzichten.

Obst, Suppe und Gemüse in Gläsern oder Dosen oft sehr zucker- und fetthaltig sowie vitaminarm ist.

Fertigsalate aus dem Kühlregal meist hohe Fettanteile enthalten, so vor allem bei Mayonnaise im Dressing.

Tiefkühlpizzen in Sachen Fett oft beachtliche Anteile der empfohlenen  enthalten, so insbesondere bei Pizzen mit Wurst oder Fleisch.

Nudeln und Pizzateig aus dem Kühlregal relativ frisch und unproblematisch sind.

Pesto und Fond aus dem Glas empfehlenswerter ist als Tüten-Saucen.

Tipp: Am besten auch die Herkunft der Zutaten beachten! Einige Hersteller legen bei Tiefkühlkost beispielsweise Wert auf die Regionalität und Qualität ihrer Inhaltsstoffe. Bei anderen fehlt es den Zutaten an der Nachhaltigkeit. In Zeiten des Klimawandels kann das ein ebenso wichtiges Argument gegen den Kauf von Fertigware sein wie die Gesundheitsschädlichkeit.

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