Fahrradfahren: Wie sicher ist mein Kind in der Großstadt?

Kinder

Besonders in der Stadt kann jeder Ort blitzschnell mit dem Fahrrad erreicht werden.

© thomascpark

Es gibt viele Gefahren im Straßenverkehr. Die Ursachen für Fahrradunfälle häufen sich in den Städten. Genau deshalb sollte umso mehr darauf geachtet werden, dass Risikos vermieden werden. Da Erwachsene bereits Respekt vorm Straßenverkehr vor allem in Großstädten haben, gilt dies, den Kindern beizubringen. So mancher möchte deshalb lieber auf dem Bürgersteig fahren, was natürlich nicht erlaubt ist, wenn nicht ein speziell ausgeschilderter Radweg vorhanden ist. Rechtsabbiegende Autos oder eine sich öffnende Autotür stellen genauso schnell ein Risiko dar wie Straßenbahnschienen, in welche sich Radler schnell einfädeln und stürzen können. Daher sollten vor der Fahrt mit dem Rad verschiedene Vorkehrungen getroffen werden, insbesondere ein Helm verringert das Verletzungsrisiko und ist alternativlos. Deshalb ist es wichtig den passenden Fahrradhelm für Kinder auszuwählen.

Bevor unsere Kinder selbstständig mit dem Fahrrad am Straßenverkehr teilnehmen, sollten mit ihnen zunächst die Grundregeln der Straßenverkehrsordnung, sowie das Verhalten in Gefahrensituationen, abgeklärt werden. Hierbei sollte das Kind bereits alle Basics beherrschen. Doch was sind diese Basics? Und wie können weitere Gefahren vermieden werden?

Wo darf mein Kind Fahrradfahren?

In Deutschland gibt es spezielle Regelungen für Kinder auf der Fahrbahn. Die Faustregel besagt, dass Kinder von acht bis zehn Jahren den Gehweg befahren dürfen. Dabei ist es einem Elternteil oder einer anderen Aufsichtsperson ab 16 Jahren erlaubt, neben dem Kind auf dem Gehweg zu fahren. Ist ein abgetrennter Radweg vorhanden, welcher nicht an oder auf der Fahrbahn liegt, darf dieser von Kindern befahren werden. Ab zehn Jahren müssen Kinder die vorhandenen Radwege oder die Fahrbahn benutzen.

Ab wann sollte ich mein Kind allein fahren lassen?

Bereits mit acht Jahren lernen die meisten Kinder mögliche Gefahren im Straßenverkehr zu erkennen. Erst dann entwickeln sie das Verständnis während der Fahrt gleichzeitig auf die Fahrtrichtung und die Umgebung zu achten. Bei kleineren Kindern sind Seh- und Hörvermögen, sowie die Wahrnehmung für Entfernungen, in der Regel nicht vollständig entwickelt, weshalb es sich erst ab acht eignet Kinder allein fahren zu lassen. Zudem lassen sich jüngere Kinder leicht ablenken.

Es empfiehlt sich die Kinder erst nach der schulischen Fahrradprüfung, welche in der 3. oder 4. Klasse für die Schüler angeboten und meist von der Verkehrswacht durchgeführt wird, allein auf der Straße fahren zu lassen. Zudem ist es nicht verkehrt das Kind ab und zu über Verkehrsregeln auszufragen, um sicheres Fahren vorzu programmieren.

Um sicher Fahrrad fahren zu können, müssen Kinder deshalb diese Fähigkeiten nach und nach erlernen. Es sollten daher die ersten Übungen immer in einem Bereich ohne Verkehr durchgeführt und überwacht werden. Zudem sollten Eltern ihr eigenes Verhalten im Straßenverkehr kontrollieren und gegebenenfalls verbessern, um ein gutes Vorbild zu sein.

Was ist in der Großstadt zu beachten?

1.    Vorsicht bei rechtsabbiegenden Fahrzeugen

Autos übersehen beim rechts abbiegen oft Radfahrer im toten Winkel. Bei Kindern besteht dieses Risiko verstärkt, da diese meist kleiner und zierlicher unterwegs sind. Bevor das Kind an einer Kreuzung losfährt, sollte es sicherstellen, dass der Fahrer des nebenstehendem oder heranfahrendem Auto Rücksicht nimmt. Wenn dies nicht der Fall ist oder eine Situation nicht eingeschätzt werden kann, empfiehlt es sich dem Fahrzeug Vorfahrt zu lassen.

2.    Vorsicht vor Straßenbahnschienen

Grundsätzlich sollte ein Fahrradfahrer so weit wie möglich von der Schiene entfernt halten und fahren. Sonst passiert es schnell, dass sich die Reifen in den Schienen verkeilen. Wenn der Verkehr jedoch dazu zwingt, die Schienen zu überqueren, sollten diese in einem 90-Grad-Winkel überquert werden. Die Verwendung eines kleineren Winkels erhöht das Risiko, dass der Reifen hängen bleibt.

3.    Abstand zu parkenden Autos

Durch das Öffnen von Autotüren wurden bereits viele vorbeifahrende Radfahrer zum Stürzen gebracht. Dieses Risiko namens Türöffnungsunfall kann minimiert werden, indem ausreichend Abstand zu parkenden Autos gehalten wird. Dabei empfiehlt sich das Einhalten eines Abstandes von 1,5 Metern.

4.    Handy und Ohrstöpsel in der Tasche

Das Gesetz erlaubt das Tragen von Kopfhörern zum Musikhören beim Fahrradfahren, jedoch wird darauf hingewiesen, dass dies gesundheitsschädigende Auswirkungen provozieren kann. Im Straßenverkehr beanspruchen wir alle Sinne, insbesondere die Augen und Ohren. Bei der Konzentration auf die Musik können diese Sinne geschwächt oder abgelenkt werden.

5.    Nie ohne Fahrradhelm aufs Rad

Die Grundregel lautet: Nie ohne Helm aufs Fahrrad setzen. Kinder entwickeln oft eine Abneigung zu Fahrradhelmen. Dies liegt unter anderem daran, dass die meisten Erwachsenen ebenso keinen Helm tragen. Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) ermittelte, dass nur erschreckende 22,8 Prozent aller Fahrradfahrenden im Jahr 2019 einen Helm trugen. Besonders Erwachsene sollten einen Helm tragen, denn so können sie stets ein Vorbild sein und ihren Kindern zeigen, dass es nicht uncool ist einen Helm zu tragen. Die Meisten Helmträgen erleiden bei einem Sturz keine Kopfverletzung.

Muss mein Kind bei einem Unfall haften?

Im Jahr 2002 wurde die Altersgrenze der Verantwortung für Kinder mit motorisierten Verkehrsmitteln auf 10 Jahre angehoben. Das bedeutet, dass Kinder unter 10 Jahren bei einem Unfall in der Regel von der Haftung befreit sind und bei der Geltendmachung eigener Ansprüche kein Mitverschulden als Schadenersatz zu tragen haben. Für Straftaten, wie zum Beispiel Autokratzen, beträgt die Altersgrenze jedoch 7 Jahre.

Sicherheitsvorkehrungen

Eltern müssen beim Kauf eines Kinderfahrrads besonders auf Folgendes achten:

  • Die der Körpergröße entsprechende Größe des Fahrrades
  • leichtgängige Scheiben- oder Handbremsen
  • Daumenschalthebel oder Drehgriff-Schalthebel
  • Halogenscheinwerfer oder LED-Leuchten
  • geschützt verlegte Lichtkabel
  • leistungsstarker Dynamo
  • batteriebetriebene Lichtanlage für Scheinwerfer
  • gesicherte Schraubverbindungen
  • Leuchtstreifen an den Reifen
  • Speichenreflektoren
  • Reflektierende Kleidung

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