Die richtige Bewerbung im Digitalzeitalter

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Welche Trends dominieren heute bei der Jobsuche und wie können sich Talente überzeugend präsentieren? Viele Tipps für die Bewerbung.

Neuer Job in Aussicht? So bewirbt man sich heute

Digitale Prozesse sind auch bei Bewerbungen selbstverständlich geworden. Die Frage ist nicht mehr, ob die Bewerbung auf digitalem Wege geleistet werden sollte, sondern welche digitalen Trends 2022 zu berücksichtigen sind. Bewerber, vor allem für hoch bezahlte Stellen, müssen mit der Zeit gehen, um sich im Bewerbungsprozess gegen die Konkurrenz zu behaupten.

In unserem Ratgeber stellen wir die gegenwärtigen Trends vor und zeigen die besten Möglichkeiten, beim potenziellen Arbeitgeber auf eine positive Weise auf sich aufmerksam zu machen.

In der Kürze liegt die Würze

Stellenanzeigen in Wien und anderen österreichischen Städten klingen mitunter sehr verlockend. Um seine Chancen auf Einstellung zu erhöhen, sollte ein wichtiger Trend für die Bewerbung in Form der Verschlankung aufgegriffen werden. Denn im Digitalzeitalter sind wir es gewöhnt, unsere Bedürfnisse schnell zu stillen. Dies gilt auch für Arbeitgeber, deren Recruiter sich nicht mehr durch seitenlange Bewerbungsunterlagen durchkämpfen möchten.

Deren Sympathien gewinnt man heute damit, sich im Anschreiben möglichst kurzzufassen und neben dem Lebenslauf die wichtigsten Argumente, die für einen sprechen, auf den Punkt zu bringen. Da immer mehr Unternehmen das KI-basierte CV-Parsing einsetzen, sollten die wichtigsten Keywords und Longtails im Bewerbungsschreiben aufgeführt sein.

Bewerbung per Video

Das durch die Coronapandemie entstandene Social Distancing hat zu einem Siegeszug des Home-Office geführt. Zugleich bot die Pandemie Unternehmen die Chance, in die technische Infrastruktur zu investieren, die ein persönliches, ortsgebundenes Gespräch ersetzen kann.

Experten für die Arbeitswelt erwarten, dass sich der gegenwärtig zu beobachtende Trend für eine Bewerbung per Video langfristig durchsetzen wird. Gut gemachte Videos und auch Reels auf Instagram bieten heute noch die Chance, sich an die Spitze eines relativ neuen Trends zu setzen und aus dem Pulk der Mitbewerber herauszuragen.

Außenbild durch soziale Medien

Die sozialen Medien sollten im Bewerbungsprozess stets mitgedacht werden. Dies liegt daran, dass sich Recruiter über die sozialen Medien gern ein Bild vom Bewerber machen möchten und auf seine Ausstrahlung und Persönlichkeit achten.

Wer vor einem Bewerbungsprozess steht, sollte sich also möglichst gut auf den sozialen Medien präsentieren. Im Vordergrund steht die Perspektive des potenziellen Arbeitgebers. Andererseits bieten soziale Medien aus sich selbst heraus Chancen für Aufmerksamkeit.

Man kann es gut finden oder schlecht, aber im Digitalzeitalter ist selbst die Freizeit öffentlich.

Social Media Recruiting

Darüber hinaus nutzen viele Unternehmen das Social Media Recruiting, um gezielt Talente anzuwerben. Im Vordergrund stehen die Karriereportale Xing und LinkedIn, wobei LinkedIn auch im deutschsprachigen Raum Xing zunehmend den Rang abläuft.

Die eher allgemeinen sozialen Medien wie Facebook, Twitter, YouTube, Instagram und TikTok können ebenfalls von Arbeitgebern für das Social Media Recruitment genutzt werden, wobei hier eine Trendverschiebung weg von textbasiertem Content hin zu Video-orientiertem Content zu beobachten ist.

Recrutainment: Wie steht es um die social skills?

Recrutainment ist ein Kofferwort, das sich aus Recruiting und Entertainment zusammensetzt. Gemeint ist eine spielerische Art der Bewerbung, die durch Online-Spiele, Wettbewerbe, Code-Cashings, Escape-Games und Herausforderung, die gemeinsam im Team bewältigt werden, abgedeckt wird. Sie richtet sich potenziell an jüngere Bewerber.

Diese sollten sich vom spielerischen Ansatz nicht täuschen lassen, denn die Recruiter haben viel Zeit und Aufwand für die Zusammenstellung der Events investiert und beobachten genau, wie sich die Bewerber geben. Bei dieser Form der Bewerbung werden die soziale Kompetenz und der Charakter von Kandidaten bewertet. Schließlich werden social skills immer wichtiger, was sich zum Beispiel daran zeigt, dass Unternehmen heute erwarten, dass sich die Beschäftigten untereinander helfen, anstatt bei Rückfragen zum nächsten Vorgesetzten zu gehen.

Berücksichtigung von Werten

Betroffenheit und Verantwortung stehen bei der Jugend hoch im Kurs. Dies zeigt sich durch die FFF-Bewegung um die Galionsfigur Greta Thunberg sowie daran, dass der Linksliberalismus als politische Richtschnur den Neoliberalismus um die Jahrtausendwende weitgehend abgelöst hat. Selbst bekennende Konservative wie Friedrich Merz geben sich heute verblüffend handzahm.

Für den Bewerbungsprozess bedeutet dies, dass Bewerber eine Sympathie für die vom Unternehmen heute vertretenen Werte erkennen lassen sollten, die von diesem im Sinne der Corporate Social Responsibility (CSR) und des Employers Brandings verkörpert werden.

Nachhaltigkeit, Diversität und eine wertschätzende Arbeitskultur auf Augenhöhe sind Werte, die heute hoch im Kurs stehen.

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